Wirtschaftsgespräch der CDU-Kreistagsfraktion mit dem Gewerbeverein in Hof
Auf Initiative der CDU-Kreistagsfraktion fand in Hof ein Wirtschaftsgespräch zur Zukunft des ländlichen Raums statt. Die Fraktion hatte den Gewerbeverein Hof eingeladen, die Veranstaltung gemeinsam auszurichten und die Perspektive der örtlichen Wirtschaft einzubringen.
Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel eröffnete den Abend und verwies auf die regelmäßigen Vor-Ort-Termine der Fraktion im gesamten Kreis, um mit Unternehmen, Kommunen und gesellschaftlichen Akteuren ins Gespräch zu kommen. Bewusst sei die Wahl diesmal auf Hof gefallen: „Gerade hier sieht man, dass Wirtschaft auch im ländlichen Raum blühen kann. Hof ist für uns ein gelungenes Beispiel dafür, wie starkes Wirtschaften vor Ort funktioniert“. Rund 35 Gäste aus Politik, Verwaltung und Unternehmerschaft folgten der Einladung zur öffentlichen Veranstaltung.
Wirtschaft im ländlichen Raum
Ortsbürgermeister Jochen Becker stellte sodann die Gemeinde Hof und ihre vielfältigen Infrastrukturen vor, die wesentlich zur hohen Lebens- und Standortqualität beitragen. Im Anschluss gab der Vorsitzende des Gewerbevereins Hof, Robert Fischbach, einen Überblick über die besondere Wirtschaftsstruktur des Ortes, stellte den Gewerbeverein und seine Arbeit vor und führte in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort ein.
Der Landtagsabgeordnete Janick Pape knüpfte daran an und gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Vorhaben auf Landesebene. Der Mittelstand und das Handwerk sind nach Auffassung der Christdemokraten das Herz der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, sichern regionale Wertschöpfung und halten das Land am Laufen. Doch sie leiden unter hohen Energiekosten, Bürokratie und Fachkräftemangel. Die CDU wolle den Mittelstand stärken und ihm Luft zum Atmen geben. Es gelte wettbewerbsfähige Bedingungen zu schaffen: Dazu gehörten keine weiteren Steuererhöhungen, schnelle Genehmigungen und weniger Regulierung. Förderprogramme sollen gebündelt, Förderbedingungen vereinfacht und Kleinstförderprogramme abgeschafft werden, damit nicht länger erhebliche Anteile der Förderung für die Beraterinnen und Berater bei der Antragsstellung aufgewendet werden.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorstellung der „Hofer Erklärung“, die der Gewerbeverein im Dialog mit seinen Mitgliedern erarbeitet hat. Darin werden zentrale Herausforderungen benannt, mit denen Unternehmen und ehrenamtlich Engagierte im ländlichen Raum zunehmend konfrontiert sind. Insbesondere komplexe Genehmigungsverfahren, langwierige Abstimmungsprozesse, steigende steuerliche Belastungen sowie rechtliche Hürden bei Veranstaltungen oder verkaufsoffenen Sonntagen erschweren aus Sicht der örtlichen Wirtschaft Investitionen und unternehmerisches Engagement. „Eine starke lokale Wirtschaft entsteht dort, wo Engagement aktiv ermöglicht wird. Unsere Betriebe und Vereine sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – sie brauchen dafür vor allem verlässliche und faire Rahmenbedingungen“, erklärte Fischbach.
Alle parlamentarischen Ebenen antworten
Die Veranstaltung hatte die Besonderheit, dass alle parlamentarischen Ebenen vertreten waren. Auf die Vorschläge der „Hofer Erklärung“ antworteten der Bundestagsabgeordnete Harald Orthey, der Europaabgeordnete Ralf Seekatz, Landrat Achim Schwickert, die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland, Bürgermeister Marvin Kraus sowie zahlreiche Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Verwaltungsverfahren praxistauglicher und schneller gestaltet werden können, damit gute Ideen vor Ort nicht an unnötiger Bürokratie scheitern. Auch die aktuellen Rahmenbedingungen für den Einzelhandel und die Durchführung von Veranstaltungen wurden ausführlich erörtert.
Der rund zweistündige Austausch zeigte, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum sind. Mit der „Hofer Erklärung“ setzt der Gewerbeverein Impulse und versteht sich auch künftig als Ansprechpartner im konstruktiven Dialog mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Die Erklärung ist öffentlich unter www.gewerbeverein-hof.de abrufbar.
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel sagte abschließend zu, dass die CDU-Kreistagsfraktion die im Gespräch erhaltenen Impulse gerne in ihrer künftigen Arbeit aufgreifen werde.
Hier geht es zur Hofer Erklärung: