Zum Hauptinhalt springen

Klimaanpassung im Westerwaldkreis: Kreistag will Gesamtkonzept abwarten

KlimaanpassungDer Westerwälder Kreistag hat sich mit dem aktuellen Stand des Klimaanpassungskonzepts für den Landkreis befasst. Während die Arbeiten daran weiterlaufen, sollen konkrete politische und finanzielle Entscheidungen erst auf Grundlage des fertigen Gesamtkonzepts getroffen werden. Einen Antrag der SPD zum Hitzeschutz lehnten die übrigen Fraktionen ab.

Christiane Graf, Klimaanpassungsmanagerin des Westerwaldkreises, stellte im Kreistag den aktuellen Stand der Konzepterstellung vor. Dabei machte sie deutlich, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zwar eng miteinander verbunden sind, jedoch unterschiedliche Ziele verfolgen.

Während beim Klimaschutz die Verringerung von Treibhausgasemissionen und der Erhalt natürlicher CO₂-Senken im Mittelpunkt stehen, richtet sich die Klimaanpassung auf die bereits spürbaren und künftig erwarteten Folgen des Klimawandels. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen oder Konzepte, die Gebäude und Gemeinden besser auf zunehmende Hitzeperioden vorbereiten. Langfristig, so Graf, müssten beide Strategien ineinandergreifen, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu erhalten.

Fachleute entwickeln Maßnahmen für den Westerwald

Eine wichtige Grundlage für das Konzept bildet ein Workshop, der kürzlich in der Kreisverwaltung stattfand. 35 Fachleute sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung beschäftigten sich dort mit der Frage, wie der Westerwaldkreis widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden kann.
Beteiligt waren neben Vertretern der politischen Fraktionen Fachakteure unter anderem aus der Wasser-, Land- und Forstwirtschaft, dem Tourismus, dem Gesundheitsbereich und dem Bevölkerungsschutz. Durch den fachübergreifenden Austausch sollen mögliche Konflikte frühzeitig erkannt, Synergien genutzt und möglichst praxisnahe Maßnahmen entwickelt werden.
Das Projektteam aus B.A.U.M. Consult und Klimaanpassungsmanagerin Christiane Graf präsentierte bei dem Workshop erste Ergebnisse der Bestands- und Betroffenheitsanalyse. Diese soll aufzeigen, in welchen Bereichen der Westerwaldkreis besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels ist. Als Beispiele wurden zunehmende Hitzeperioden und Starkregen genannt.
Diskutiert wurde zugleich, welche Rolle der Landkreis selbst übernehmen kann. Dabei ging es sowohl um eigene Maßnahmen und die Vorbildfunktion des Kreises als auch um die Unterstützung anderer Akteure. Als mögliche Handlungsfelder wurden Beratung und Sensibilisierung, die Bereitstellung relevanter Daten und die Koordination von Kooperationen genannt. Die Ergebnisse des Workshops sollen in das derzeit entstehende Klimaanpassungskonzept einfließen.

CDU: Entscheidungen nicht vorwegnehmen

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Kai Müller, dankte Klimaanpassungsmanagerin Christiane Graf und Klimaschutzmanager Christoph Brabender für die bisher geleistete Arbeit. Die Beschäftigung mit dem Hitzeschutz sei richtig und wichtig. Den dazu vorgelegten Antrag der SPD bezeichnete Müller jedoch als unvollständig und übereilt.

Seine Begründung: Der Hitzeschutz sei bereits Bestandteil des in Arbeit befindlichen Klimaanpassungskonzepts. Zudem habe es Beteiligungsmöglichkeiten und Workshops gegeben, Handlungsfelder auf Kreisebene seien identifiziert und mögliche Maßnahmen entwickelt worden. Die Beratungen in den zuständigen Fachausschüssen würden fortgesetzt.

Auch über mögliche finanzielle Förderungen durch den Westerwaldkreis sollte nach Ansicht Müllers erst entschieden werden, wenn das Gesamtkonzept vorliegt. Dabei seien auch die Zuständigkeiten der verschiedenen kommunalen Ebenen und bereits laufende Aktivitäten zu berücksichtigen.

Der SPD-Antrag fand schließlich keine Mehrheit und wurde von den übrigen Fraktionen abgelehnt. Weitere Entscheidungen sollen damit erst nach der Beratung des vollständigen Klimaanpassungskonzepts im Kreistag fallen.

Weitere Informationen zum Klimaanpassungskonzept stellt der Westerwaldkreis auf seinem Klimaschutzportal bereit: www.westerwaldkreis.klimaschutzportal.rlp.de/portal/klimaanpassung/infos-zum-konzept