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Zwischen Flughafen und Energiepark: Junge Union Westerwald blickt auf den Strukturwandel im Hunsrück

Besuch Junge Union Westerwald 19.09.2026JU Westerwald informiert sich über die Bedeutung des Flughafens Hahn und die Chancen erneuerbarer Energien für den ländlichen Raum

Verkehrsinfrastruktur und Energiewende prägen auch den Strukturwandel im ländlichen Raum. Wie das ganz konkret aussehen kann, hat sich die Junge Union im Westerwaldkreis bei einer Tagesexkursion in die Nachbarregion Hunsrück am 19. September 2026 angeschaut.

Auf dem Programm standen zwei Stationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch beide für den wirtschaftlichen Wandel einer ländlichen Region stehen: der Flughafen Hahn und die benachbarte Energielandschaft Morbach.

Erster Halt war der Flughafen Hahn, der einst als ziviler Frachtflughafen aus einer ehemaligen US-Airbase hervorgegangen ist und heute als der fünftgrößte Flughafen Deutschlands im Frachtverkehr gilt und zugleich auch als Passagierflughafen fungiert. Im Austausch mit Robert Willems (Geschäftsführer) und Felix von Rhein (Director Commercial Development) von der TRIWO AG ging es um die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts als Arbeitgeber im Hunsrück, die Eigentümerwechsel in der Vergangenheit, Herausforderungen im Wettbewerb mit größeren (Fracht- und Passagier-)Flughäfen, politische Rahmenbedingungen sowie um Fragen der Verkehrsanbindung in der ländlich geprägten Region. Nach einer intensiven Diskussionsrunde folgten eine Führung und Rundfahrt über das riesige Gelände des Flughafens. Neben der Besichtigung des Passagierterminals stand unter anderem ein spontaner Besuch bei der Flughafenfeuerwehr an. Die Mitarbeiter stellten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Fahrzeuge sowie die eingesetzte Löschtechnik veranschaulichend vor und gaben außerdem einen Einblick in die Anforderungen des Brandschutzes an einem Fracht- und Passagierflughafen. Abschließend wurde zudem ein kurzer Blick in eine der Wartungshallen gestattet.

Die Bildungsreise führte die Teilnehmenden anschließend in eine regionale Gaststätte. Dort diskutierten sie im Rahmen eines Tischgesprächs mit Tobias Vogt MdL, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr und Mobilität im rheinland-pfälzischen Landtag, sowie mit dem Luftfahrtexperten Martin Michael. Im Mittelpunkt des anregenden Austauschs standen die Herausforderungen und Perspektiven des Luftfahrtstandorts Deutschland; auch im Zusammenspiel mit dem ÖPNV. Darüber hinaus wurden die zuvor am Flughafen Hahn gewonnenen Eindrücke aufgegriffen und gemeinsam eingeordnet.

Die Energielandschaft Morbach bildete den letzten Programmpunkt der Bildungsfahrt und ist ein beeindruckendes Beispiel für die Umnutzung militärischer Konversionsflächen zu einem Standort erneuerbarer Energien. Denn auf dem Gelände des früheren Munitionsdepots der US-Luftwaffe entstand ab dem Jahre 2001 in Zusammenarbeit von Gemeinde und privaten Projektpartnern ein Energiepark, welcher Wind-, Solar- und Bioenergie kombiniert.

Eine gemeinsame Führung mit Gästeführer Egon Schabbach über große Photovoltaikfelder, vorbei an kolossalen Windkraftanlagen sowie an einem hochmodernen Biomasseheizkraftwerk, rundete den Tag ab. Das Finale bildete dabei eine Besichtigung ehemaliger – mittlerweile umfunktionierter – Bunkeranlagen, die zu Museen zum Klimawandel und zur Zeit des Kalten Krieges umfunktioniert wurden. Für die Mitglieder der JU wurde somit besonders eindrücklich deutlich, wie aus einer ehemals militärisch genutzten und für die Öffentlichkeit gesperrten Fläche ein offen zugänglicher Ort der erneuerbaren Energien werden konnte, der zugleich als Wirtschaftsstandort fungiert und die Ansiedlung von thematisch nahen Unternehmen ermöglicht.

Die Junge Union Westerwald zeigte sich insgesamt beeindruckt von den gesammelten Erfahrungen und kündigte an, die neugewonnenen Erkenntnisse in die eigene politische Arbeit einfließen zu lassen. Der JU-Kreisvorsitzende Robert Fischbach betonte: „Unsere Exkursion hat gezeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung, moderne Infrastruktur und Klimaschutz keine Gegensätze sind. Der Flughafen Hahn ist ein wichtiger Standortfaktor für die Region, während Morbach eindrucksvoll zeigt, wie erneuerbare und dezentrale Energieerzeugung mit Wertschöpfung und Arbeitsplätzen im ländlichen Raum verbunden werden kann. Der Klimawandel ist Realität. Auch im Westerwaldkreis stellt sich die Frage, welche Potenziale bei Windkraft, Photovoltaik und anderen erneuerbaren Energien bestehen und wie wir daraus im Dreiklang von Klimaschutz, wirtschaftlicher Entwicklung und Arbeitsplätzen neue Chancen für unsere Gemeinden schaffen können.“